„Vivir la Utopia!“ – Die Utopie leben. 90 Jahre soziale Revolution in Spanien
Lesung und Diskussion mit Hanna Mittelstädt
Ab dem 19. Juli 1936 kam es zeitgleich mit dem Kampf gegen den faschistischen
Franco-Putsch in weiten Teilen Spaniens zu einer sozialen Revolution. Sie war eines der grössten Beispiele für die Realisierbarkeit einer autonomen gesellschaftlichen
Organisation, womöglich das bis heute grösste anarchistische Experiment, in dem
beispielsweise Katalonien, die Region Barcelona und der Landesteil Aragon nahezu
komplett unter Selbstverwaltung standen. Die soziale Revolution in der ersten Phase des Spanischen Bürgerkrieges gehört zu den umfangreichsten gesellschaftlichen
Umwälzungen des 20. Jahrhunderts.
Mit einer Lesung und anschließender Diskussion können wir den bis heute aktuellen
Fragen nachgehen: Inwieweit lassen sich die damaligen libertären Konzepte und revolutionären Umsetzungen heute noch anwenden? Wie wurde damals und wird heute von uns Selbstorganisation, Horizontalität, Dezentralisierung als radikal verändernde Organisationsform praktiziert? Wie sah das damalige anti-autoritäre Selbstverständnis für die Verwaltung der Gesellschaft in allen Bereichen (Ökonomie, Versorgung, Verteidigung etc.) aus, wie wurde die Ablehnung des Prinzips von Autorität, Nationaler Gemeinschaft, Passivität der Befehlsempfänger usw. umgesetzt und welche Widersprüche tauchten im Verlauf des Kampfes gegen den Faschismus und dem Eingehen auf verschiedene politische Bündnisse auf? Wie gelangen wir von einer „konstruierten Situation“ zu einer sozialen Revolution?
Nehmen wir unsere Wünsche für die Wirklichkeit, denn wir glauben an die Wirklichkeit unserer Wünsche! – (leicht veränderte Parole aus dem Pariser Mai 68)
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