Ich bin einfach niemand gewesen – Fürsorge und Zwang in der Schweiz
Wanderausstellung mit Partizipationsprojekt
Um Armut zu bekämpfen und die soziale Ordnung zu sichern, verfügten Behörden in der Schweiz während vieler Jahrzehnte fürsorgerische Massnahmen. Oft ohne gerichtlichen Entscheid wurden Kinder und Jugendliche von ihren Familien getrennt, wurden fremdplatziert und mussten als Verdingkinder arbeiten. Erwachsene, die nicht den gesellschaftlichen Normen entsprachen, wurden in Arbeitserziehungsanstalten oder psychiatrischen Kliniken untergebracht.
Die Ausstellung macht das Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Zwang sichtbar, gibt Betroffenen eine Stimme und weckt Empathie für Menschen, die am Rand der Gesellschaft standen – und stehen. Sie blickt kritisch auf Vergangenheit und Gegenwart und fragt: Wann wird Fürsorge zu Zwang? Wann ist Zwang legitim? Und wie lassen sich Machtmissbrauch und Unrecht verhindern? Das Projekt spannt den Bogen von den Betroffenen der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen über die vom Saisonnier-Statut betroffenen Familien bis zu Geflüchteten und Sans Papiers.
An der Vernissage erhalten Sie Einblicke in das Ausstellungsprojekt durch die Arbeitsgruppe «Ich bin einfach niemand gewesen».
Anschliessend lädt ein Apéro zum Austausch ein, gefolgt von individuellen Besichtigungen der Stationen auf der Wettsteinanlage und im MUKS.