Vielfältiger Beton: Die Allgemeine Gewerbeschule und Schule für Gestaltung

Führung: Rebekka Brandenberger und Dirk Schmid, Kantonale Denkmalpflege.

Bei der von Hermann Baur entworfenen und zusammen mit Franz Bräuning und Arthur Dürig sowie Hans Peter Baur 1956–1961 realisierten Schulanlage unterstützt die differenzierte Verwendung des Baustoffs Beton das architektonische Konzept eines nach Funktionen gegliederten Ensembles von verschiedenen Baukörpern mit individuellem Erscheinungsbild. Während die Schultrakte durch die glatten vorfabrizierten Fassadenplatten geprägt sind, weisen die Werkstattpavillons mit ihrer Betonrahmenkonstruktion und Ausfachung aus Zementsteinen einen industriellen Charakter auf. Aula und Maurerhalle aus schalungsrohem Ortbeton sind hingegen geradezu skulptural gestaltet. Integraler Bestandteil der Anlage sind die zahlreichen plastischen Werke von Armin Hoffmann und die Stele von Hans Arp, herausragende Beispiele für Kunst am Bau in Beton.

Anmeldung für diese Führung ab 7. Juni unter https://www.basler-baukultur.ch
Treffpunkt: Bei der Arp-Stele auf dem Schulareal, Vogelsangstrasse 15

Ganze Reihe:
https://www.denkmalpflege.bs.ch/baukultur-entdecken/fuehrungen/fuehrungen-2022.html#page_section3_section3

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Beton darf als der Baustoff der Moderne schlechthin gelten. Seinen eigentlichen Siegeszug begann Beton – eine Mischung aus Zement, Kies, Sand und Wasser – in Verbindung mit Eisen bzw. Stahl. Hohe Druck- und Zugfestigkeit, einfache Verarbeitung, beliebige Formbarkeit, Dauerhaftigkeit und Feuerbeständigkeit sowie nicht zuletzt die günstige Verfügbarkeit der Rohstoffe sind bis heute die bestechenden Leistungsmerkmale von Stahlbeton geblieben.
Vorerst waren es experimentierfreudige Konstrukteure und Ingenieure im 19. Jahrhundert, die das Potenzial von Stahlbeton höchst pragmatisch für ihre Zwecke nutzten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen dann moderne Stahlbetonkonstruktionen in die Architektur Einzug zu halten. Eine adäquate Konstruktionsgrammatik, die sich auch am Äusseren eines Gebäudes abzeichnete, bildete sich allerdings erst allmählich heraus. Es war vor allem die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als geniale Ingenieure und innovative Architekten das konstruktive und gestalterische Potenzial von Beton auf beeindruckende Art ausschöpften. Immer mehr begann damals die Vorliebe für schalungsrohen Beton – «béton brut» – das Aussehen vieler Bauten zu prägen.
Mit den Führungen Beton – Das Material mit Potenzial bietet die Kantonale Denkmalpflege anhand ausgewählter Bauten in Basel einen Einblick in die konstruktive und gestalterische Vielfalt beim Bauen mit Beton. Zur Sprache kommen dabei auch Fragen der Sanierung und Restaurierung von Beton, ein aus denkmalpflegerischer und vor allem auch ökologischer Sicht zentrales Thema.


Date

23. Jun 2022

Time

18:00

Ort

Führung

Veranstalter

Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt
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