science+fiction: Was ist Zeit? Drei Perspektiven.

science+fiction Festival der Wissenschaften

*Zeit aus der Perspektive der Physik

Mit kurzgepulsten Laser können extrem präzise Uhren, sogenannte “optische Uhren”, gebaut werden. Diese Uhren sind so genau, dass wir Gravitationsunterschiede von wenigen Zentimeter Höhenunterschied messen können, wie sie von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie vorausgesagt wurden. Wir können heute messen wie schnell fundamentale quantenmechanische Prozesse sind. Wie zum Beispiel die Elektronentunnelzeit, im Attosekundenbereich, d.h. einige Milliardstel einer Milliardstelsekunde (10-18 sec). Zeit ist kein Operator in der Quantenmechanik, sondern ein Parameter in der zeitabhängigen Schrödinger-Gleichung. Diese Tatsache wird oft als ein Wegwerfargument verwendet, das besagt, dass die Frage, wie lange die Tunnelzeit ist, physikalisch nicht gültig ist.

Prof. Dr. Ursula Keller arbeitet an der ETH Zürich im Physics Department / Institute of Quantum Electronics.

*Zeit und Zeitmessung

Die Geschichte der Zeitmessung ist untrennbar mit der Geschichte der Astronomie verbunden, denn es sind bestimmte Eigenschaften unseres Planeten, die es erst ermöglichen, messbare Zeiteinheiten zu beobachten und zu nutzen. Unsere Erde umrundet die Sonne in einem bestimmten Zeitraum, den wir Jahr nennen. Durch die geneigte Erdachse entstehen die Jahreszeiten, die auch dabei helfen, sich innerhalb eines Jahres zeitlich zu orientieren. Die Rotation der Erde um ihre eigene Achse wiederum ergibt die Einheit eines Erdtages. Alle Zeiteinheiten, die kürzer sind als dieser, sind von uns Menschen willkürlich gewählt. Stunden, Minuten und Sekunden haben in der Natur keine Entsprechung und sind menschgemacht. Um sie zu messen, benötigt man noch heute Instrumente. Mein kurzer Vortrag will erörtern, weshalb der Mensch überhaupt das Bedürfnis hatte, kürzere Zeiteinheiten als den Tag zu erfassen und welcher Art die Instrumente sind, die bis heute entwickelt worden sind.

Timm Delfs ist Inhaber der Zeitzentrale Basel, freischaffender Journalist und Uhrenspezialist.

*Samsara – zyklische Zeitvorstellungen im Hinduismus und Buddhismus

Der fortwährende Kreislauf von Werden und Vergehen prägt die Zeitvorstellungen in den indischen Religionen. Menschen, Tiere, aber auch die Mehrheit der göttlichen Wesen sind diesem Kreislauf unterworfen. Sogar die Schöpfung selbst ist aus hinduistischer Sicht nur eine von vielen. Aber damit überhaupt etwas Neues beginnen kann, muss das Alte vergehen, so ist jedes Ende die Voraussetzung für einen Neubeginn.

Stephanie Lovàsz ist Ethnologin und Kuratorin für Süd-, Zentral- & Ostasien am Museum der Kulturen Basel

Datum

04. Mai 2019
Expired!

Uhrzeit

13:00 - 14:30

Ort

Sommercasino
Münchensteinerstrasse 1, Basel

Preis

Tagespass 15.-/10.-

Veranstalter

Sommercasino
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