Schwieriges Erbe – über den Umgang mit kolonialen Bildern in pädagogischen Kontexten

Online-Diskussion

Ob Globi, Pippi Langstrumpf, Schorsch Gaggo oder Übungsbücher wie «Mein Indianerheft» (Klett-Verlag, Deutschland): Motive kolonialen Denkens und Stereotype aus Sicht einer weissen Mehrheitsgesellschaft durchziehen alle Lebensbereiche – und schlagen sich auch in der literarischen und visuellen Produktion für Kinder und Jugendliche nieder. Sie sind so tief im kulturellen Gedächtnis verankert, dass sie häufig unbemerkt bleiben und so zu deren toxischer Reproduktion beitragen – toxisch deshalb, weil die dadurch wiederholten Ausgrenzungen und Herabsetzungen nahezu unbemerkt wirken.

Die Dozierenden Trix Bürki (Deutschdidaktik, Institut Primarstufe) und Sascha Willenbacher (phkultur Muttenz) laden ein zu einem Gespräch über den Umgang mit diesem schwierigen Erbe in pädagogischen Kontexten. Und darüber, welche dekolonialisierenden Praxen bereits bestehen.

Online Diskussion mit: Cyrilla Gadient (Verlag baobab books), Kapi Kapinga Grab (Theaterpädagogin), Nasrin Siege (Schriftstellerin), Manuela Steimer (MA Studierende PH Muttenz) und Julia Suter (Heilpädagogin und Lehrerin)

Anmeldung bis 30. Oktober (16.00): sascha.willenbacher@fhnw.ch

oder unter diesem Zoom-Link direkt teilnehmen: https://us02web.zoom.us/j/83885735960?pwd=Z3NJUUEzVnlCWUJlQ1BYTmpTYUppdz09

Meeting-ID: 838 8573 5960

Kenncode: 365033

Koloniale Motive und Stereotype durchziehen das westlich-europäische Denken, so dass es sich auch in pädagogischen Kontexten niederschlägt. Ein historisches Beispiel dafür ist ein Wandgemälde aus dem Jahr 1949 im Schulhaus Wylergut. Die Wandmalerei der Künstler Eugen Jordi (1894 – 1983) und Emil Zbinden (1908 – 1991) zeigt ein Alphabet, welches die Buchstabenfolge mit Tierbildern, einzelnen Pflanzen und Artefakten, aber auch mit drei stereotyp dargestellten Menschen aus Asien, Afrika und Amerika illustriert. Die Stadt Bern nimmt dieses Werk als exemplarische Chance, um mit dem kolonialen Kulturerbe im öffentlichen Raum – und besonders im Schulkontext – kritisch umzugehen. In einem Wettbewerb wurden fünf Vorschläge für eine künstlerische Arbeit und für einen Input für den Unterricht erarbeitet, welche das rassistisch geprägte Werk kritisch und zeitgemäss einordnen und zu bearbeiten helfen sollen. Das Foto oben zeigt die drei Bildtafeln, die im Juli im Zusammenhang mit den antirassistischen Protesten rund um die Ermordung von George Floyd, mit schwarzer Farbe übermalt wurden. Mit dieser Aktion wurde das Alphabet schlagartig medial präsent und in den Medien diskutiert wie nie zuvor.

17:00 – 18:30


Date

30. Okt 2020

Time

17:00

Ort

Online

Veranstalter

Pädagogische Hochschule FHNW
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