Raumgreifende Betonskulptur: Das Brunnmatt-Schulhaus

Führung: Stefan Bringolf, dipl. Arch. ETH SIA, BRH Architekten, Basel, und Christoph Lehmann, Kantonale Denkmalpflege.

Der Bildhauer, Architekt und Theoretiker Walter M. Förderer ist insbesondere durch seine Schul- und Kirchenbauten aus den 1960er und 1970er Jahren bekannt. Damals arbeitete Förderer in Bürogemeinschaft mit Rolf G. Otto und Hans Zwimpfer. Mit seinen skulptural geformten Gebäuden aus schalungsroh belassenem Beton, für den Le Corbusier den Begriff «béton brut» geprägt hatte, wollte Förderer, dessen Einfluss weit über die Grenzen der Schweiz reichte, einen bewussten Kontrapunkt zu den damals beliebten, einem nüchternen Funktionalismus verpflichteten Stahl-Glas-Konstruktionen setzen. Auch das Areal des Brunnmatt-Schulhauses (1960–1965) gestaltete er als Ensemble von mehreren Bauten und plastischen Gebilden, die durch eine sorgfältige Umgebungsgestaltung miteinander verbunden sind. Die Führung thematisiert vor allem auch die Betonsanierung 1988–1992 und ihre Folgen sowie die erneute, im Rahmen der Gesamtsanierung 2010–2014 erfolgte Restaurierung des Sichtbetons.

Anmeldung für diese Führung ab 7. Juni auf unserer Veranstaltungsseite https://www.basler-baukultur.ch
Treffpunkt: Zentraler Pausenhof des Brunnmatt-Schulhauses, Ingelsteinweg 6

Ganze Reihe:
https://www.denkmalpflege.bs.ch/baukultur-entdecken/fuehrungen/fuehrungen-2022.html#page_section3_section3

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Beton darf als der Baustoff der Moderne schlechthin gelten. Seinen eigentlichen Siegeszug begann Beton – eine Mischung aus Zement, Kies, Sand und Wasser – in Verbindung mit Eisen bzw. Stahl. Hohe Druck- und Zugfestigkeit, einfache Verarbeitung, beliebige Formbarkeit, Dauerhaftigkeit und Feuerbeständigkeit sowie nicht zuletzt die günstige Verfügbarkeit der Rohstoffe sind bis heute die bestechenden Leistungsmerkmale von Stahlbeton geblieben.
Vorerst waren es experimentierfreudige Konstrukteure und Ingenieure im 19. Jahrhundert, die das Potenzial von Stahlbeton höchst pragmatisch für ihre Zwecke nutzten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen dann moderne Stahlbetonkonstruktionen in die Architektur Einzug zu halten. Eine adäquate Konstruktionsgrammatik, die sich auch am Äusseren eines Gebäudes abzeichnete, bildete sich allerdings erst allmählich heraus. Es war vor allem die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als geniale Ingenieure und innovative Architekten das konstruktive und gestalterische Potenzial von Beton auf beeindruckende Art ausschöpften. Immer mehr begann damals die Vorliebe für schalungsrohen Beton – «béton brut» – das Aussehen vieler Bauten zu prägen.
Mit den Führungen Beton – Das Material mit Potenzial bietet die Kantonale Denkmalpflege anhand ausgewählter Bauten in Basel einen Einblick in die konstruktive und gestalterische Vielfalt beim Bauen mit Beton. Zur Sprache kommen dabei auch Fragen der Sanierung und Restaurierung von Beton, ein aus denkmalpflegerischer und vor allem auch ökologischer Sicht zentrales Thema.


Date

30. Jun 2022

Time

18:00

Ort

Führung

Veranstalter

Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt
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