Macht und Verwundbarkeit IV

Propagandagespräche von Boris Nikitin
mit Milo Rau (Regisseur und Autor) über Theater und Propaganda

Am Anfang jeder Veränderung der Öffentlichkeit steht ein Coming-Out. Ein Mensch geht raus, stellt seinen Körper aus, macht sich sichtbar, hörbar, angreifbar. Der Regisseur und Autor Boris Nikitin widmet sich in Macht und Verwundbarkeit der Frage, wie wir in die Realität einwirken, indem wir uns exponieren, dokumentieren und propagieren. Mit Gästen wie Didier Eribon, Dean Hutton oder Milo Rau taucht er ab in die experimentellen Grauzonen des Öffentlichen, in denen Realitäten immer wieder neu getestet und erfunden werden.

Mit der Gesprächsreihe Macht und Verwundbarkeit setzt Boris Nikitin seine langjährige Auseinandersetzung mit dem Realen und dessen Imitationen fort.

Der Regisseur und Autor Boris Nikitin, in Basel geboren und Sohn ukrainisch-slowakisch-französisch-jüdischer Einwanderer, inszeniert in der internationalen freien Szene und an deutschsprachigen Stadttheatern. Er ist Initiator und Leiter des Festivals It’s The Real Thing- Basler Dokumentartage, das im April 2019 zum vierten mal stattfinden wird. Nikitins Theaterarbeiten und Festivals setzen sich, nicht zuletzt aufgrund seiner Herkunft, mit der Darstellung und Herstellung von Identität und Realität auseinander. Die Stücke und Texte suchen dabei stets den Grenzgang zwischen Illusionstheater und Performance, Dokumentarischem und Propaganda. Seine jüngsten Arbeiten waren zuletzt neben Basel, Zürich und Lausanne ua. in Moskau, St. Petersburg, Sao Paulo, Amsterdam, Madrid, Paris, Athen, Berlin, München, Frankfurt und Kapstadt zu sehen. Über seine letzte Arbeit Hamlet schrieb die Fachzeitschrift Theater der Zeit: «Hamlet hebt die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit im zeitgenössischen Performancetheater auf eine neue Stufe.» Und der Tagesanzeiger schrieb: «Denn über all dem schwebt auch die Frage, was Theater heute eigentlich noch sein kann und soll. Es ist ein konstruktiv-provokativer, grossartiger Abend, der einen elektrisierenden Sog entwickelt». Für sein bisheriges Werk wurde Nikitin 2017 mit dem J.M.R. Lenz – Dramatikpreis der Stadt Jena ausgezeichnet. Nikolaus Müller-Schöll, Professor für Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt schreibt in seiner Laudatio: «Es sind die verborgenen Möglichkeiten, um derentwillen Nikitin seine Versuchsanordnungen aufbaut. Sein Theater lädt uns ein, im Bestehenden über das Bestehende wie seine Negation hinaus über das nachzudenken, was kommen mag.

 

Datum

22. Jan 2019
Expired!

Uhrzeit

20:00

Veranstalter

Kaserne Basel
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